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Bundesweite Warensammelaktion: „Armut kann jede und jeden treffen“

Immer mehr Menschen in Oberösterreich geraten durch steigende Lebenshaltungskosten unter Druck. Hohe Mieten, teure Lebensmittel und unerwartete Ausgaben bringen Familien, Alleinerziehende und Senioren an ihre finanziellen Grenzen. Mit einer österreichweiten Warensammelaktion am 12. Juni bittet das OÖ. Rote Kreuz gemeinsam mit der Team Österreich Tafel um Unterstützung für armutsgefährdete Menschen. „Armut kann jede und jeden treffen. Umso wichtiger ist es, hinzusehen, zu helfen und Betroffenen mit Respekt zu begegnen. Niemand muss sich schämen, in Rotkreuz-Märkten einzukaufen“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dipl.-Päd. Gottfried Hirz.

Friederike Öllinger (l.) und Heidi Felbermayr engagieren sich seit 10 Jahren im Rotkreuz-Markt Kremsmünster.
Friederike Öllinger (l.) und Heidi Felbermayr engagieren sich seit 10 Jahren im Rotkreuz-Markt Kremsmünster.

Rund 75.000 Mal kauften Menschen im Vorjahr in den 23 Rotkreuz-Märkten in Oberösterreich ein. Wenn Friederike Öllinger im Rotkreuz-Markt Kremsmünster (Bezirk Kirchdorf) an der Kassa sitzt, erlebt sie, wie sehr Menschen auf Unterstützung angewiesen sind. „Ich engagiere mich, weil es einfach schön ist, wenn man Menschen helfen kann. Die Dankbarkeit, die wir zurückbekommen, ist etwas ganz Besonderes“, erzählt die 80-Jährige, die seit 10 Jahren wöchentlich im Rotkreuz-Markt hilft.

 

Gemeinsam die Lager der Rotkreuz-Märkte auffüllen

Um die Lager aufzufüllen, stehen Rotkreuz-Mitarbeitende bei einer österreichweiten Warensammel-Aktion am 12. Juni im Bundesland vor rund 100 Lebensmittelgeschäften. In Oberösterreich beteiligen sich zehn Rotkreuz-Märkte in den Bezirken Linz-Land, Vöcklabruck, Rohrbach, Freistadt, Kirchdorf, Perg, Schärding und Urfahr-Umgebung an der Aktion. Dabei werden Kunden gebeten, ein zusätzliches Produkt zu kaufen und dieses für die Rotkreuz-Märkte zu spenden. Besonders benötigt werden haltbare Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs wie Öl, Nudeln, Mehl, Zucker, Konserven oder Hygieneartikel.

 

Die Gründe für Armut sind vielfältig: Ein Schicksalsschlag in der Familie, eine chronische Erkrankung, die Scheidung oder der Jobverlust. Heidi Felbermayr (62) kann sich als ehemalige Alleinerziehende, mit einer Mutter, die mit der Mindestpension auskommen muss und durch ihre jahrzehntelange Erfahrung mit Geflüchteten sehr gut in die Lage der Betroffenen hineinversetzen. „Ich kenne alle Stammkunden persönlich und ihre Geschichte. Daraus sind richtige Freundschaften entstanden und es geht um Menschen, die Unterstützung brauchen“, sagt die ehemalige Kindergartenpädagogin, die ihre freiwillige Tätigkeit vor allem wegen der Dankbarkeit und der Gemeinschaft erfüllt.

 

740 Tonnen Lebensmittel vor dem Müll gerettet

Dank engagierter Mitarbeiter, Spender und Partner kann das OÖ. Rote Kreuz seit 2009 im gesamten Bundesland Rotkreuz-Märkte betreiben. Sie bieten Menschen mit geringem Einkommen Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs zu stark vergünstigten Preisen an. Gleichzeitig leisten sie auch einen wesentlichen Beitrag für die Nachhaltigkeit. Die Rotkreuz-Märkte retten pro Jahr rund 740 Tonnen Lebensmittel vor dem Müll. „Die Rotkreuz-Märkte sind für viele Familien, Alleinerziehende oder Senioren zu einer wichtigen Unterstützung geworden. Gleichzeitig erleben wir tagtäglich eine enorme Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung. Diese Solidarität stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und zeigt, dass Menschlichkeit in Oberösterreich gelebt wird“, sagt der Rotkreuz-Präsident.

Weitere Informationen zu den Rotkreuz-Märkten in Oberösterreich unter https://www.roteskreuz.at/oberoesterreich/ich-brauche-hilfe/rotkreuz-markt

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Daniel Gruber

Öffentlichkeitsarbeit und Medienservice

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