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Bewusstlos im Wald: Erste Hilfe unter realen Bedingungen trainieren

Bewusstlos im Wald, eine schwere Verletzung am Felsen oder eine starke Blutung nach einem Unfall mit der Motorsäge: Bei den Outdoor-Erste-Hilfe-Kursen des OÖ. Roten Kreuzes trainieren die Teilnehmenden dort, wo Notfälle tatsächlich passieren können. Zum Welttag der Ersten Hilfe am 12. September macht das OÖ. Rote Kreuz darauf aufmerksam, wie wichtig regelmäßiges und realitätsnahes Training ist. „Erste Hilfe beginnt mit dem Mut, hinzusehen und zu handeln. Niemand muss im Notfall alles perfekt machen. Entscheidend ist, überhaupt zu helfen. Wer regelmäßig trainiert, gewinnt Sicherheit und kann im entscheidenden Moment Leben retten“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dipl.-Päd. Gottfried Hirz.

Bei den Outdoor-Erste-Hilfe-Kursen werden Notfallsituationen realitätsnah trainiert.
Bei den Outdoor-Erste-Hilfe-Kursen werden Notfallsituationen realitätsnah trainiert.

Mitten im Wald liegt eine reglose Frau am Boden. Ist sie ansprechbar? Atmet sie normal? Während die Kursteilnehmer die Situation einschätzen, den Notruf absetzen und mit Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnen, steigt der Puls. Genau das ist beabsichtigt. Denn der Ernstfall hält sich nicht an Lehrbücher und findet selten unter kontrollierten Bedingungen statt.

Seit 15 Jahren Training für den Ernstfall

Hermann Aschauer (63) aus Ternberg (Bezirk Steyr-Land) weiß, worauf es beim realitätsnahen Training ankommt. Seit 15 Jahren leitet er Outdoor-Erste-Hilfe-Kurse des OÖ. Roten Kreuzes. Dabei werden Situationen simuliert, die beim Wandern, bei Waldarbeiten oder anderen Aktivitäten in der Natur tatsächlich auftreten können. „Im Lehrsaal über eine bewusstlose Person im Wald zu sprechen, ist etwas anderes, als tatsächlich im Wald mit dieser Situation konfrontiert zu sein. Wer das einmal realitätsnah geübt hat, bleibt im Ernstfall ruhiger und weiß besser, was zu tun ist“, sagt Aschauer, der sich seit 1986 beim Roten Kreuz in unterschiedlichen Bereichen engagiert.

Die achtstündigen Outdoor-Kurse richten sich an Interessierte ab 14 Jahren und setzen keine Vorkenntnisse voraus. Trainiert werden unter anderem das richtige Absetzen eines Notrufs, die Versorgung akuter Notfälle bis zum Eintreffen der Rettungskräfte und die Wundversorgung. Unebener Boden, die Entfernung zur nächsten Straße oder eine ungewohnte Umgebung machen die Übungen zusätzlich realitätsnah.

40.000 Teilnehmende trainieren jährlich Erste Hilfe

Jährlich führt das OÖ. Rote Kreuz rund 2.900 Erste-Hilfe-Kurse mit etwa 40.000 Teilnehmenden durch. Mehr als 1.300 Mitarbeitende sind als Erste-Hilfe-Trainer, Lehrsanitäter, Ausbildner und Experten in der Aus- und Weiterbildung tätig.

Der Welttag der Ersten Hilfe am 12. September erinnert daran, dass Notfälle überall passieren können: in der beginnenden Herbstwandersaison im Wald ebenso wie zu Hause, beim Sport oder am Arbeitsplatz. Entscheidend ist nicht, alles perfekt zu können, sondern im richtigen Moment zu handeln. Regelmäßiges Training hilft dabei, im Ernstfall zu wissen, was zu tun ist.

Weitere Informationen sowie Termine für Erste-Hilfe-Kurse in Ihrer Nähe finden Sie unter www.erstehilfe.at

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Daniel Gruber

Öffentlichkeitsarbeit und Medienservice

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