Die ersten Gitarrenriffs erklingen, die Menge jubelt und mittendrin ist Johannes Meingassner. Die Karten für das Konzert hatte sich der 33-Jährige bereits gesichert. Damit er seinen lang ersehnten Wunsch trotz seiner Erkrankung verwirklichen konnte, organisierten seine Kollegen aus Mettmach gemeinsam mit der Rotkreuz-Bezirksstelle Ried die Fahrt mit dem Rotkreuz-Wunschmobil. Für Johannes bedeutete der Abend weit mehr als ein Konzertbesuch. „Es war ein großer Wunsch, seine Lieblingsband noch einmal live erleben zu dürfen, bevor sich die Toten Hosen von der Bühne verabschieden“, erzählt seine Frau. Die Lieder der Band hatten Johannes über viele Jahre begleitet, ihm Trost gespendet und immer wieder Kraft gegeben.
Wenn aus Kollegen Wegbegleiter werden
Als Rettungssanitäter ist Johannes selbst Teil jener Gemeinschaft, die täglich für andere Menschen da ist. Diesmal waren es seine Kollegen, die ihm einen unvergesslichen Abend ermöglichten. Einer von ihnen ist Michael Feichtinger, der Johannes als Freund und Kollege schon lange kennt. Gemeinsam verbrachten sie viele Stunden im Rettungsdienst der Ortsstelle Mettmach. Für ihn war es selbstverständlich, die Wunschfahrt als Lenker zu begleiten. „Es hat mir unheimlich viel Freude gemacht, wieder einmal etwas gemeinsam mit ‚Jimmy‘ zu unternehmen und vor allem zu sehen, wie viel Spaß er hatte“, erzählt Feichtinger.
Auch die Unterstützung der Kollegen hat Feichtinger beeindruckt: „In Mettmach war die Bereitschaft, bei dieser Wunschfahrt mitzuhelfen, enorm. Es ist schön, gerade in schwierigen Zeiten eine solche Gemeinschaft hinter sich zu haben.“
Ein Abend voller Musik und unvergesslicher Momente
Die Fahrt nach Wien verlief reibungslos, die Atmosphäre war von Beginn an locker und ausgelassen. Selbst auf der Heimfahrt wurde noch gemeinsam gelacht. Besonders in Erinnerung blieb Johannes und seinen Begleitern jener Moment, als die Toten Hosen die Bühne betraten und die Stimmung im Stadion ihren Höhepunkt erreichte. „Ich kann noch immer nicht glauben, dass ich tatsächlich dort war. Ein großes Danke, dass ihr mir diesen Herzenswunsch ermöglicht habt!“, sagt Johannes.
Auch für seine Frau war der Konzertbesuch etwas Besonderes. „Es war ein cooler, entspannter Ausflug mit meinem Mann, ohne dass ich mich um alles kümmern musste. Ich konnte diesen Tag mit Johannes einfach genießen“, erzählt sie.
Rotkreuz-Wunschmobil erfüllt Herzenswünsche
Noch einmal an einen besonderen Ort reisen, ein Konzert besuchen oder einen geliebten Menschen wiedersehen: Mit dem Wunschmobil ermöglicht das OÖ. Rote Kreuz schwerkranken Menschen besondere Erlebnisse in ihrer letzten Lebensphase. Ein speziell ausgestatteter Rettungswagen und ein freiwilliges Team aus medizinischen Fachkräften und Hospizmitarbeitenden begleiten die Fahrten. „Manchmal sind es wenige Stunden, die ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Mit unserem Wunschmobil möchten wir schwerkranken Menschen solche besonderen Momente ermöglichen. Es geht darum, Lebensfreude zu schenken und gemeinsam mit den Angehörigen wertvolle Erinnerungen zu schaffen“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dipl.-Päd. Gottfried Hirz.
Die letzten Gitarrenklänge sind längst verklungen. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen besonderen Abend – und an Menschen, die gemeinsam dafür gesorgt haben, dass Johannes seinen Herzenswunsch verwirklichen konnte.
Weitere Informationen zum Wunschmobil unter www.roteskreuz.at/oberoesterreich/rotkreuz-wunschmobil und persönliche Herzenswünsche können jederzeit unter wunschmobil@o.roteskreuz.at eingereicht werden.
