Rund fünf Jahre nach dem Tod des Landesrettungskommandanten Gerhard Huber wurde am Mittwoch, 9. September 2026, eine Erinnerungstafel der Stadt Salzburg für ihn feierlich enthüllt. Sie befindet sich am Gebäude Paris-Lodron-Straße 8b (Bruderhof). Dort, wo einst die Rot-Kreuz-Zentrale stand.
Gerhard Huber wird als „große Persönlichkeit, die das Rote Kreuz lokal, national und international über Jahrzehnte geprägt hat vor Familie, Honoratioren, Weggefährt:innen und Kamerad:innen gewürdigt.
62 Jahre Helfen, ohne Fragen
ÖRK-Vizepräsident Bert Neuhofer dankte dem Geehrten „für 62 Jahre Helfen, ohne Fragen“. Gerhard Huber habe sich nie selbst in den Vordergrund gestellt. „Er war einfach da, wenn er gebraucht wurde.“ Er habe das Rote Kreuz Salzburg als Visionär, Gestalter und Ratgeber nachhaltig geprägt und zahlreiche Entwicklungen im Rettungsdienst, Katastrophenhilfsdienst, in der Pflege und Betreuung, Ausbildung und Jugendarbeit angestoßen. „Vieles von dem, was unser Rotes Kreuz Salzburg heute ausmacht, trägt seine Handschrift.“ Die Gedenktafel sei eine bedeutende Würdigung der Stadt für ihn und sein Wirken und zugleich ein Zeichen für jene, die heute und morgen beim Roten Kreuz Verantwortung übernehmen.
„Menschen haben sich bei ihm einfach wohlgefühlt“
Martin Huber, Bezirksrettungskommandant der Stadt und Sohn von Gerhard Huber, erklärte: „Menschen haben sich bei ihm einfach wohl gefühlt. Egal ob in Albanien, im Iran, in Bangladesch oder Kaprun. Er konnte und wollte überall helfen. Das Glück lag für ihn im Geben und nicht im Haben.“
Gerhard Huber
Gerhard Huber prägte das Salzburger Rote Kreuz über Jahrzehnte. Seit 1959 engagierte er sich zunächst ehrenamtlich und war ab 1989 Landesrettungskommandant sowie Geschäftsführer des Landesverbands. Unter seiner Führung wurden unter anderem der Rettungsdienst modernisiert, die Kinder- und Jugendarbeit ausgebaut und zahlreiche nationale wie internationale Hilfseinsätze bewältigt. Nach dem verheerenden Tsunami vom 26. Dezember 2004 initiierte Huber gemeinsam mit seinem Team die Aktion „Salzburg errichtet ein Fischerdorf“ und errichtete auf Sri Lanka ein Vorzeigeprojekt. Für sein außergewöhnliches Engagement erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Ring der Stadt Salzburg, das Große Ehrenzeichen der Republik Österreich wie auch des Landes Salzburg sowie den Preis der DDr.-Lauda-Stiftung und das Verdienstkreuz am Bande des Rotkreuz-Landesverbandes Salzburg. Für seinen Einsatz in Sri Lanka wurde er zudem mit der Katastrophenmedaille „Pro Merito“ ausgezeichnet.
Huber verstarb am 30. April 2021 im 80. Lebensjahr. Sein Lebenswerk und seine Haltung des Helfens wirken bis heute im Roten Kreuz Salzburg und in den Menschen, die seinen Gedanken weitertragen, fort.
Fotos (c) Stadt Salzburg / wildbild
Foto 1: (v.l.) Bert Neuhofer (Vizepräsident, Rotes Kreuz Salzburg), Prim. a. D. Dr. Ulrike Michel (Vizepräsidentin, Rotes Kreuz Salzburg), Martin Huber (Bezirksrettungskommandant, Salzburg Stadt)
Foto 2: Die Gedenktafel für Gerhard Huber im Bruderhof, der einstigen Zentrale des Roten Kreuzes Salzburg
Salzburg, am 11. September 2026
