Die hohen Temperaturen am vergangenen Wochenende führten im Bundesland Salzburg zu einem deutlichen Anstieg der Rettungseinsätze. Das Rote Kreuz Salzburg verzeichnete rund 40 Prozent mehr Alarmierungen, wobei jeder vierte Einsatz auf die Hitze zurückzuführen war.
Rund um die Uhr im Einsatz: Insgesamt standen am vergangenen Hitzewochenende rund 320 Rotkreuzsanitäter:innen im Rettungs- und Krankentransportdienst im Bundesland Salzburg pro Tag im Einsatz, davon waren allein in der Stadt Salzburg rund 110 Mitarbeiter:innen pro Tag im Dienst. Ein Teil dieser Kräfte war im Rahmen des Salzburger Stadtfestes eingesetzt und stellte dort die sanitätsdienstliche Versorgung der Besucher:innen sicher. Auch dort kam es zu mehreren medizinischen Versorgungen im Zusammenhang mit der hohen Temperaturbelastung.
Deutlich mehr Einsätze bei Hitze
Das Einsatzgeschehen ist im Zeitraum von Freitag 18:00 Uhr bis Sonntag 17:00 Uhr um rund 40 Prozent gestiegen. Dabei war jeder vierte Einsatz hitzebedingt. Die häufigsten Alarmierungsgründe waren Kollaps und Kreislaufprobleme, gefolgt von Schwindel, Atembeschwerden, Brustschmerzen sowie weiteren internistischen Notfällen. Besonders häufig mussten Patient:innen nach Kreislaufzusammenbrüchen, Schwindel mit Übelkeit sowie hitzebedingten Erschöpfungszuständen versorgt werden.
„Mit steigender Hitze beobachten wir eine Zunahme der Einsätze. Besonders belastend sind Phasen, in denen sich auch nachts keine ausreichende Abkühlung einstellt. Das wirkt sich direkt auf die Zahl der Alarmierungen aus“, sagt Stefan Soucek, interim. Leiter des Rettungsdienstes im Roten Kreuz Salzburg.
Gesundheitsberatung 1450: Mehr Anrufe aufgrund der Hitze
Die anhaltend hohen Temperaturen am vergangenen Wochenende führten auch bei der Gesundheitsberatung 1450 zu einer erhöhten Zahl an Anfragen. Zahlreiche Anrufer:innen suchten aufgrund hitzebedingter Beschwerden medizinischen Rat.
Zu den häufigsten Anliegen zählten Kreislaufbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen mit Verdacht auf Sonnenstich sowie Blutdruckentgleisungen. Darüber hinaus wurden Beschwerden wie geschwollene Beine, Wadenschmerzen mit Verdacht auf Thrombose sowie Fieber und Durchfall geschildert.
Die Gesundheitsberatung 1450 stand den Anrufer:innen mit einer ersten medizinischen Einschätzung und Empfehlungen zum weiteren Vorgehen zur Seite. Besonders an Hitzetagen gilt: Ausreichend trinken, körperliche Anstrengungen vermeiden und bei anhaltenden oder schweren Beschwerden rechtzeitig medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
Einsatzbereitschaft trotz hoher Temperaturen gesichert
Das Einsatzgeschehen im gesamten Bundesland Salzburg konnte trotz der hohen Temperaturen zuverlässig und ohne Einschränkungen bewältigt werden. Durch eine vorsorgliche Aufstockung der im Einsatz stehenden Mitarbeiter:innen und Fahrzeuge war das Rote Kreuz Salzburg auf das erhöhte Einsatzaufkommen vorbereitet. Zusätzlich standen im Bedarfsfall weitere Einsatzkräfte zur Verfügung, die kurzfristig nachalarmiert werden konnten. „Die vorbereitenden Maßnahmen haben sich bewährt. Dadurch konnten wir auch bei hoher Belastung eine durchgehend stabile Versorgung sicherstellen“, bilanziert Stefan Soucek.
Erste Hilfe bei Hitzenotfällen
Bei Verdacht auf Hitzeschlag oder Sonnenstich ist rasches Handeln entscheidend. Betroffene klagen häufig über Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Fieber. Weitere Anzeichen sind Fieber, Schüttelfrost, großer Durst und ein roter Kopf. In solchen Fällen sollten die Personen umgehend in den Schatten gebracht, gekühlt und mit Flüssigkeit versorgt werden. Bei schweren Symptomen sollte sofort der Notruf 144 verständigt werden.
Vorbeugung bleibt entscheidend
Um gesundheitliche Risiken zu reduzieren, empfiehlt das Rote Kreuz, ausreichend zu trinken (mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser, bei großer Hitze mehr) und körperliche Anstrengung in die kühleren Tageszeiten zu verlegen. Besonders ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Leichte Kleidung, eine Kopfbedeckung und das Meiden der Mittagshitze (11:00 bis 16:00 Uhr) tragen zusätzlich zur Entlastung bei.
Fotos (c) Rotes Kreuz Salzburg
Foto 1: Stefan Soucek, interim. Leiter des Rettungsdienstes im Roten Kreuz Salzburg, zieht eine positive Bilanz der Rettungseinsätze am abgelaufenen Hitzewochenende.
Foto 2: Rettungswagen des Roten Kreuzes Salzburg (Symbolbild)
Salzburg, am 29. Juni 2026
