Mit rund 700 medizinischen Versorgungen bei 180.000 Besucher:innen zeigt sich das Rote Kreuz Salzburg mit dem Einsatz beim größten Electronic-Music-Festival Österreichs zufrieden. Der logistische Kraftakt wurde erneut mit einer professionellen und reibungslosen Einsatzabwicklung belohnt.
Auch beim Electric Love Festival 2026 stellte das Rote Kreuz Salzburg eindrucksvoll unter Beweis, wie Großveranstaltungen sanitätsdienstlich professionell betreut werden können. An jedem der vier Festivaltage waren rund 180 Helfer:innen im Einsatz, etwa 150 davon Sanitäter:innen. Unterstützt wurden sie von Notärzt:innen, Sondereinheiten sowie einer mobilen Leitstelle.
Rund 700 Einsätze – vor allem chirurgische Verletzungen, internistische Versorgungen und hitzebedingte Beschwerden
Insgesamt wurden während des Festivals rund 700 Personen versorgt. Der Großteil der Einsätze betraf kleinere chirurgische Verletzungen, internistische Versorgungen sowie hitzebedingte Beschwerden. „Dank unserer langjährigen Erfahrung mit diesem Festival waren wir gut vorbereitet und konnten so rasch und zielgerichtet helfen“, so Stefan Soucek, interimistischer Leiter des Rettungsdienstes und Rotkreuz-Koordinator für das Festival. Zudem habe der Veranstalter im Vorfeld wie auch während der Veranstaltung seinen Beitrag zu einer erfolgreichen Versorgung geleistet. „Die neue Notfall-App ‚SafeNow‘ war sehr positiv und hat sich im Einsatz bewährt“, erklärt Soucek.
Versorgungszentrum für eine Kleinstadt
Aufgebaut wurde eine Infrastruktur, die jener einer Kleinstadt entspricht: Vier Sanitätsstationen mit einem zentralen Medical Center, rund 40 Einsatzfahrzeuge sowie modernste digitale Patient:innen-Erfassung – letztere in Kooperation mit dem Bayerischen Roten Kreuz. „Bei knapp 50.000 Besucher:innen pro Tag bewegen wir uns in den Dimensionen einer Kleinstadt und dementsprechend haben wir auch unsere Infrastruktur am Salzburgring geplant“, ergänzt Soucek.
Ziel: Keine Zusatzbelastung für Krankenhäuser
Ein zentrales Ziel des Einsatzes war es, den Regelrettungsdienst und umliegende Krankenhäuser nicht zusätzlich zu belasten. „Wir wollen die medizinische Versorgung so weit wie möglich direkt am Gelände abdecken. Nur wenn eine Behandlung vor Ort nicht möglich ist, wird eine Überstellung ins Krankenhaus notwendig“, erklärt Soucek. Dieses Konzept bewährte sich auch heuer – die meisten Patient:innen konnten direkt vor Ort versorgt werden.
14 Tonnen Material für vier Tage Einsatz
Ein Einsatz dieser Größenordnung erfordert akribische Vorbereitung: Die Planungsphase dauert rund neun Monate, für Auf- und Abbau sind jeweils etwa sieben Tage erforderlich. Die Logistikstaffel des Roten Kreuzes transportierte insgesamt rund 14 Tonnen Material mit fünf LKWs zum Festivalgelände – darunter Zelte, Feldbetten, medizinische Ausrüstung und Verpflegung.
„Ohne exakte Planung und eingespielte Abläufe wäre so ein Einsatz nicht zu stemmen“, erklärt Roland Weger, Kommandant der Logistikstaffel. Unterstützt wurde das medizinische und sanitätsdienstliche Personal von Sondereinheiten wie der Fernmeldeeinheit, dem Team der Leitstelle , der Feldküche sowie dem Kriseninterventionsteam.
Schnelle Hilfe per Notfall-App: „SafeNow“ unterstützte Einsatzkräfte
Erstmals kam beim Electric Love Festival die Notfall-App „SafeNow“ zum Einsatz, die speziell für das Festivalgelände adaptiert wurde. Nach dem Download und Betreten des Festivalareals befanden sich die Nutzer:innen automatisch in einer definierten Sicherheitszone, in der im Ernstfall per Knopfdruck ein Alarm ausgelöst werden konnte. Dieser wurde direkt an das Event Control Center (ECC) übermittelt, wo geschulte Disponent:innen die Anfrage entgegennahmen und umgehend telefonischen Kontakt herstellten. Dank integrierter Geo-Tracking-Funktion war der genaue Standort der betroffenen Person für die Einsatzkräfte sofort ersichtlich, wodurch zeitaufwendige Ortsbeschreibungen entfielen. Je nach Lage wurden gezielt die zuständigen Einsatzorganisationen – Rettungsdienst, Sicherheitsdienst oder Polizei – alarmiert.
Ausblick: Mit Routine ins nächste Jahr
„Unser Einsatz lief sehr professionell und routiniert ab. Die Stimmung war durchwegs positiv – sowohl im Team als auch unter den Besucher:innen. Das lässt uns optimistisch auf 2027 blicken“, zieht Stefan Soucek abschließend Bilanz.
Fotos (c) Rotes Kreuz Salzburg
Foto 1: Das Rote Kreuz war mit rund 180 Mitarbeiter:innen am Electric Love Festival 2026 im Einsatz.
Foto 2: Stefan Soucek, interimistischer Leiter des Rettungsdienstes und Rotkreuz-Koordinator für das Festival, berichtet von einem professionellen und routinierten Einsatz.
Fotos 3 & 4: Sanitäter:innen des Roten Kreuzes waren an verschiedenen Positionen am Festivalgelände wie, z.B. den Bühnen, stationiert.
Foto 5: Teams des Roten Kreuzes bewegten sich am Gelände, um im Notfall rasch helfen zu können.
Foto 6: Das Team der Rotkreuz-Feldküche versorgte die rund 180 Helfer:innen direkt am Festivalgelände.
Salzburg, am 12. Juli 2026
