Sommerzeit ist Wespenzeit: Deutlich mehr Notfälle nach Insektenstichen – Rotes Kreuz Salzburg gibt Tipps zur Ersten Hilfe
Mit steigenden Temperaturen häufen sich Insektenstiche und damit auch gefährliche allergische Reaktionen. Das Rote Kreuz Salzburg gibt konkrete Tipps, wie im Ernstfall rasch und richtig geholfen werden kann.
Mit den anhaltend hohen Temperaturen und der starken Aktivität von Wespen, Bienen und Hornissen steigt heuer auch die Zahl der Notfälle nach Insektenstichen deutlich an. Während die meisten Stiche harmlos verlaufen, können sie bei manchen Menschen schwere allergische Reaktionen auslösen, die rasches Handeln erfordern.
Deutlich mehr Notfälle im heurigen Sommer
Die Rettungsleitstelle des Roten Kreuzes Salzburg verzeichnet im heurigen Sommer eine deutliche Zunahme an Einsätzen im Zusammenhang mit Bienen-, Wespen- und Hornissenstichen. Allein im Juli 2026 wurden mehr als sechsmal so viele Einsätze aufgrund von Insektenstichen dokumentiert wie im Juli 2025. Besonders auffällig ist dabei der Anstieg schwerer Krankheitsbilder: Ein erheblicher Teil der Alarmierungen betraf Patient:innen, die nach einem Stich über Atem-, Schluck- oder Kreislaufbeschwerden klagten und notfallmedizinisch versorgt werden mussten. Die derzeit warmen Temperaturen und die hohe Aktivität stechender Insekten tragen zu dieser Entwicklung bei und unterstreichen, wie wichtig es ist, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und im Ernstfall rasch zu handeln.
Wenn der Stich zur Gefahr wird
Allergische Reaktionen auf Insektenstiche können innerhalb weniger Minuten auftreten und reichen von Hautausschlägen und Schwellungen bis hin zu Atemnot oder Kreislaufproblemen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem anaphylaktischen Schock, einer akut lebensbedrohlichen Situation. Besonders tückisch ist, dass auch Personen ohne bekannte Allergie plötzlich betroffen sein können.
„Bei einer schweren allergischen Reaktion zählt jede Minute. Wichtig ist, die Symptome richtig zu erkennen und sofort Erste Hilfe zu leisten“, betont Solveig Michler, Teamleitung Erste-Hilfe-Kurswesen im Roten Kreuz Salzburg. „Wer unsicher ist, sollte nicht zögern, den Notruf zu wählen – im Zweifel lieber einmal zu oft als zu wenig.“
Richtig reagieren im Notfall
Um im Ernstfall vorbereitet zu sein, empfiehlt das Rote Kreuz Salzburg, grundlegende Erste-Hilfe-Maßnahmen zu kennen und regelmäßig aufzufrischen. Besonders bei allergischen Reaktionen ist ein schnelles und strukturiertes Vorgehen entscheidend.
Die wichtigsten Erste-Hilfe-Tipps bei allergischen Reaktionen auf Insektenstiche:
- Notruf absetzen (144): Bei Anzeichen einer schweren Reaktion sofort professionelle Hilfe alarmieren.
- betroffene Person beruhigen: Aufregung kann die Symptome verschlimmern.
- Lagerung anpassen: Bei Atemnot Oberkörper hoch lagern, bei Kreislaufproblemen flach hinlegen und Beine hoch.
- enge Kleidung öffnen: Erleichtert die Atmung.
- Kühlen von außen: Stichstelle sowie betroffene Körperbereiche (z. B. Hals) mit kühlen Umschlägen oder Kühlpacks kühlen (nicht direkt auf die Haut legen).
- Kühlen von innen (bei Stich im Hals- bzw. Mund-/Rachenbereich): Wenn möglich kleine Schlucke kühles Wasser trinken oder ein Eis bzw. einen Eiswürfel lutschen lassen (nur bei ansprechbaren Personen ohne Schluckbeschwerden).
- eigene Notfallmedikamente: Sofort einnehmen.
- Adrenalin-Autoinjektor verwenden: Falls vorhanden und bekannt, sofort anwenden.
- Atmung beobachten: Bei Atemstillstand unverzüglich mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.
Das Rote Kreuz Salzburg appelliert an die Bevölkerung, Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen und sich auf mögliche Notfälle vorzubereiten.
Fotos (c) Österreichisches Rotes Kreuz / Markus Hechenberger
Foto 1: Bei einer schweren allergischen Reaktion zählt jede Sekunde: Notruf 144 absetzen und mit den Tipps des Roten Kreuzes Erste Hilfe leisten.
Foto 2: Betroffene Stelle von außen mit kühlen Umschlägen oder Kühlpacks kühlen.
Foto 3: Bei Stichen in Hals und Rachen die betroffene Person kleine Schlucke kühles Wasser trinken oder ein Eis bzw. einen Eiswürfel lutschen lassen.
Foto 4: Falls ein Adrenalin-Autoinjektor mitgeführt wird, diesen sofort anwenden
Salzburg, am 7. August 2026
