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Blackout: Rotes Kreuz Steiermark trainiert für den Ernstfall

Es ist die größte Blackout-Übung in der Geschichte des Roten Kreuzes Steiermark: Am 6. und 7. November wird erstmals ein großflächiger Stromausfall über das gesamte Bundesland hinweg simuliert. Unter Führung des Landesrettungskommandos trainieren alle Rotkreuz-Bezirke gemeinsam mit Landeswarnzentrale, Behörden und Krankenhäusern für den Ernstfall.

Eröffnet wurde die Übung durch eine umfangreiche Pressekonferenz © Rotes Kreuz Steiermark/Rene Pospischil

Der Strom fällt aus. Kommunikationswege brechen weg. Gleichzeitig müssen Rettungsdienst, medizinische Versorgung und Logistik weiter funktionieren. Wie werden Einsätze koordiniert? Wie bleiben die Führungsstäbe erreichbar? Und wie kann die medizinische Versorgung der Bevölkerung auch unter diesen Bedingungen sichergestellt werden? Genau diesen Herausforderungen stellt sich das Rote Kreuz Steiermark zwei Tage lang unter realitätsnahen Bedingungen. Neben dem Landesrettungskommando und allen Bezirksrettungskommanden des Roten Kreuzes in der Steiermark sind die Landeswarnzentrale, die Stadt Graz, mehrere Bezirksverwaltungsbehörden, das Krankenhaus der Elisabethinen und der Barmherzigen Brüder in Graz sowie das Krankenhaus Vorau in die Übung eingebunden.

Hilfeleistung braucht funktionierende Strukturen

Einsatzkräfte, Fahrzeuge, Standorte und Versorgungsgüter müssen bei einem länger andauernden Stromausfall verfügbar bleiben. Im Rahmen der Übung trainiert das Rote Kreuz Steiermark deshalb den koordinierten Einsatz seiner Mitarbeiter:innen, die Treibstoffversorgung der Dienststellen und der Fahrzeugflotte sowie Lagerung, Transport und Verteilung wichtiger Güter und Lebensmittel. Als Partner ist dabei auch das SPAR-Zentrallager im Süden von Graz eingebunden. Alle Rotkreuz-Standorte verfügen über eine Notstromversorgung und können ihre Kernfunktionen auch im Blackout-Fall aufrechterhalten. Sie dienen der Bevölkerung im Ernstfall als wichtige und wohnortnahe Anlaufstellen.

„Wir können nicht verhindern, dass Krisen eintreten. Aber wir können uns darauf vorbereiten. Genau das tun wir mit dieser Übung. Denn unser Ziel ist klar: Die Menschen in der Steiermark sollen sich darauf verlassen können, dass Hilfe und Unterstützung auch dann funktionieren, wenn gewohnte Strukturen nicht mehr selbstverständlich verfügbar sind."

- OSR Dir. Dipl. Päd. Michael Gruber, BEd MBA
Amtsführender Präsident

Medizinisches Netzwerk und Einsatzführung

Im Zentrum der Übung steht vor allem die Frage, wie Menschen auch während eines Blackouts im Notfall rasch jene medizinische Hilfe erhalten, die sie benötigen. Betrachtet werden dabei die Aufrechterhaltung des Rettungs- und Notarztdienstes, zeitkritische Transporte sowie die Betreuung von Dauerpatient:innen. Gleichzeitig trainiert das Landesrettungskommando jene Alarmierungs-, Führungs- und Kommunikationsprozesse, die notwendig sind, um Hilfeleistungen auch unter außergewöhnlichen Bedingungen koordinieren zu können: Grundlage und Ausgangspunkt des Übungsszenarios bildet die angenommene Meldung durch die Landeswarnzentrale über drohende Probleme im Stromnetz. Darauf aufbauend werden vorbereitete Maßnahmen aktiviert, Sanitäter:innen und Einsatzoffizier:innen alarmiert sowie die Führungsstrukturen auf Bezirks- und Landesebene besetzt. Mehrere voneinander unabhängige Systeme, darunter abgesichertes Intranet, BOS-Funk, Katastrophenfunk und Satellitentelefonie, sichern dabei die Kommunikation.

„Hinter jeder Hilfeleistung steht ein System, das funktionieren muss. Einsatzkräfte brauchen Versorgung, Fahrzeuge Treibstoff und Standorte Energie. Genau diese Abläufe trainieren wir gemeinsam mit unseren Partnern, damit Hilfe auch bei einem länger andauernden Blackout verlässlich möglich bleibt."

- Helmut Schellnegger
Landesgeschäftsführer

Gleichzeitig appelliert das Rote Kreuz an die Eigenvorsorge der Bevölkerung. Ausreichend Medikamente, Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, vereinbarte Notfallkontakte und gelebte Nachbarschaftshilfe leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Krankenhäuser und Rettungsdienst zu entlasten und im Ernstfall Ressourcen dort verfügbar zu halten, wo schnelle Hilfe besonders dringend benötigt wird.