Exakt 568.416 Hausbesuche wurden von der mobilen Pflege und Betreuung des Roten Kreuzes im vergangenen Jahr in der Steiermark durchgeführt – so viele wie noch nie! Das Rote Kreuz Steiermark ist gemessen an den Betreuungsstunden damit erstmalig der größte mobile Pflegedienstleister im Land. Rekordzahlen gibt es auch in anderen Leistungsbereichen, etwa in den Sozialen Diensten: Über die 25 steirischen Ausgabestellen der Team Österreich Tafel wurden im vergangenen Jahr 1.220.742 Kilogramm Lebensmittel ausgegeben. Das entspricht einem Plus von fast 30 Prozent zum Jahr davor und zeigt, wie wichtig dieses Angebot leider auch in der Steiermark ist. Zuwachs gibt es aber beispielsweise auch im Bereich des Jugendrotkreuzes: 1.287 Jugendliche engagieren sich in diesem und damit ebenfalls mehr als im Jahr zuvor. Im Bereich des Blutspendedienstes wurden in 1.086 Abnahmeaktionen 45.784 Blutkonserven gesammelt. Im Bereich der Ausbildung wurden in 3.266 Kursen insgesamt 44.773 Steirer:innen in Erster Hilfe geschult. Siegfried Schrittwieser, Präsident des Roten Kreuzes in der Steiermark: „Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass das Rote Kreuz in seinen Leistungen und seinem Angebot gefragt ist wie eh und je.“
Generalversammlung 2026: starke Leistungen und wachsende Herausforderungen
Am 12. Juni 2026 präsentierte das Rote Kreuz Steiermark seine Bilanz der Menschlichkeit für das vergangene Jahr. Diese zeigt eindrucksvoll: Als Partner der steirischen Bevölkerung ist das Rote Kreuz gefragt wie nie zuvor. Und: Erstmals wurde die Generalversammlung in der neuen Rotkreuz-Landeszentrale abgehalten, die ebenfalls am 12. Juni 2026 im Beisein höchster politischer Vertreter:innen eröffnet wurde. Weniger erfreulich: Finanzielle Sorgen bereiten vor allem auch stockende Verhandlungen mit der Österreichischen Gesundheitskasse.
Kein verlässlicher Partner: die Österreichische Gesundheitskasse
Viel los war auch in der Rotkreuz-Rettungsleitstelle: 1.347.129 Mal läuteten die Telefone dort – wie immer zu jeder Tages- und Nachtzeit. Knapp 550.000 Einsätze wurden so über die zusätzlich modernisierte Leitstelle in der neuen Rotkreuz-Landeszentrale koordiniert. Oder anders formuliert: Mehr als 1.500 Einsätze pro Tag wurden im Rettungsdienst durch das Rote Kreuz in der Steiermark absolviert. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang um 5,7 Prozent, der sich aus den durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) eingehobenen Selbstbehalten ergibt und somit ausschließlich Krankentransporte betrifft. Notrufe (241.364, +1,7 Prozent) sowie daraus resultierende Notarzteinsätze (24.989, +3,0 Prozent) blieben konstant bzw. nahmen sogar leicht zu.
Präsident Schrittwieser: „Die österreichische Gesundheitskasse ist nicht nur für die Steirerinnen und Steirer kein verlässlicher Partner, sondern auch nicht für das Rote Kreuz.“ Denn, so Schrittwieser: „Durch das Einheben von Selbstbehalten können sich viele Steirerinnen und Steirer keinen Krankentransport mehr leisten. Gerade in abgelegenen Regionen ohne öffentliche Verkehrsmittel werden viele Menschen dadurch mit ihren gesundheitlichen Problemen alleine gelassen.“
„Die österreichische Gesundheitskasse ist nicht nur für die Steirerinnen und Steirer kein verlässlicher Partner, sondern auch nicht für das Rote Kreuz. [...] Es braucht eine geregelte Finanzierung unserer Leistungen und Planbarkeit!“
- Siegfried Schrittwieser, Präsident
Schwarze Null dank Sonderzahlungen – 2026 droht Abgang in Millionen Höhe
Alleine lässt die ÖGK auch das Rote Kreuz zurück – es bleibt nämlich auf massiven Teuerungen, etwa beim Treibstoff, sitzen. Verhandlungen für dringend notwendige Tarifanpassungen stocken. Das bringt das Rote Kreuz zusätzlich in finanzielle Not. Konnte 2025 noch mit Sonderzahlungen von Land und Gemeinden gerade noch eine schwarze Null geschrieben werden, droht für 2026 schon jetzt ein Abgang von zumindest 7 Millionen Euro. Passt die ÖGK ihre Tarife nicht an, vergrößert sich das Loch um weitere Millionen. Schrittwieser mahnt: „Die Rechnung geht sich schon lange nicht mehr aus. Wenn das so weitergeht, muss uns irgendwann jemand sagen, welche Leistungen wir nicht mehr für die steirische Bevölkerung erbringen sollen. Es braucht eine geregelte Finanzierung unserer Leistungen und Planbarkeit!“
Leidtragende wären die Steirerinnen und Steirer, sind die zuvor angeführten Leistungen doch nur ein kleiner Auszug aus den Dienstleistungen, die das Rote Kreuz für die Bevölkerung erbringt. Mehr zu den Leistungen des Roten Kreuzes in allen steirischen Regionen gibt‘s im Wirkungsbericht anbei. Erbracht wurden diese Leistungen von 11.028 Freiwilligen, 1.820 beruflichen Mitarbeiter:innen, 642 Zivildienern und 99 Teilnehmer:innen des Freiwilligen Sozialjahres. Sie waren da, wenn Hilfe gebraucht wurde – in allen steirischen Regionen, zu allen Tages- und Nachtzeiten und aus Liebe zum Menschen.






















