80 Jahre Rotes Kreuz Burgenland
Informationen in einfacher Sprache
Hier finden Sie die Inhalte der Sonderausstellung „80 Jahre Rotes Kreuz Burgenland“ in einfacher Sprache – klar erklärt und leicht verständlich.
Die Idee der Menschlichkeit
Vor 80 Jahren wurde das Rote Kreuz Burgenland gegründet.
Aber schon früher gab es Rotkreuz-Vereine in der Region.
Die Idee für das Rote Kreuz entstand im Jahr 1859.
Ein Mann namens Henry Dunant (sprich: On-ri Dü-nan) erlebte einen großen Krieg. Der Krieg fand bei Solferino statt. Solferino ist eine Stadt in Italien.
Viele Soldaten starben.
Viele Soldaten waren verletzt und brauchten Hilfe.
Frauen aus der Umgebung versorgten die Verletzten.
Sie halfen allen Verletzten. Egal aus welchem Land sie kamen.
Das hat Henry Dunant sehr beeindruckt.
Er schrieb das Buch „Erinnerung an Solferino“. In der Folge entstand das internationale Rote Kreuz.
Das war im Jahr 1863.
Das war in Genf. Genf ist die Hauptstadt der Schweiz.
Das Zeichen für das Rote Kreuz ist ein rotes Kreuz auf weißem Hintergrund.
Bis heute gilt für das Rote Kreuz:
- Menschen helfen Menschen.
- Viele Helferinnen und Helfer arbeiten freiwillig.
- Das Rote Kreuz hilft allen Menschen in Not.
Auch andere Zeichen gehören dazu: In manchen Teilen der Welt wird statt dem Kreuz ein anderes Zeichen verwendet:
- der Rote Halbmond
- der Rote Kristall
Weltweit gibt es 191 Rotkreuz-Gesellschaften. Sie helfen Menschen in Not und in Krisen-Situationen. Sie versorgen die Menschen mit Essen, Medizin und bieten ihnen Schutz. Oder sie bauen Einrichtungen für sauberes Trink-Wasser.
Henry Dunant
Der Schweizer Henry Dunant war zufällig Augen-Zeuge bei der Schlacht von Solferino.
Er half den Frauen bei der Versorgung der Verwundeten.
Dabei entstand die Idee für das Rote Kreuz.
Es steht für Menschlichkeit und Neutralität. Neutralität bedeutet: Niemanden zu bevorzugen oder zu benachteiligen.
Für die Gründung des Roten Kreuzes wurde Henry Dunant mit dem Nobel-Preis ausgezeichnet. Das war der erste Nobel-Preis, der je vergeben wurde.
Burgenland
Das Burgenland kam 1921 zu Österreich.
Damals gab es im Burgenland Rotkreuz-Vereine.
Das Rote Kreuz organisierte vor allem Kurse für Erste Hilfe.
Fahrten mit Rettungs-Autos machten Männer der Feuerwehr. Einige von ihnen waren auch Sanitäter.
Das Rote Kreuz unter nationalsozialistischer Herrschaft
1938 übernahmen die National-Sozialisten in Österreich die Macht.
In dieser Zeit wurde das Österreichische Rote Kreuz ein Teil des Deutschen Roten Kreuzen. Damit war es nicht mehr neutral. Es half nicht mehr allen Menschen. Verfolgte Gruppen wie Juden und Roma waren von der Hilfe ausgeschlossen.
Nach Kriegs-Ende wurde das Rote Kreuz in Österreich und im Burgenland neu gegründet.
Gründung
Seit 1946 gibt es den burgenländischen Landes-Verband des Roten Kreuzes. Er wurde im burgenländischen Landesmuseum gegründet.
Heute gibt es in allen 7 Bezirken im Burgenland Bezirksstellen.
Nachkriegs-Zeit
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren viele Leute im Burgenland sehr arm.
Hilfsbereite Menschen gründeten am 13. August 1946 das Rote Kreuz Burgenland.
Die Vereinbarung dazu wurde aufgeschrieben.
Das Rote Kreuz organisierte Ferien für arme Kinder in Tirol und an anderen Orten.
Dort bekamen sie genug zu essen und spielten in der Natur. Zum Beispiel mit Holz-Schiffen.
Auch für Kleidung sorgte das Rote Kreuz. In Strick-Stuben trennten Frauen alte Pullover auf. Daraus strickten sie neue Sachen.
Landesverband & Bezirksstellen
Im Burgenland gibt es 7 Bezirks-Stellen vom Roten Kreuz.
Dazu kommen noch 6 Rettungs-Stellen.
Ungefähr 3.500 Menschen arbeiten freiwillig beim Roten Kreuz mit.
Sie spenden ihre Zeit und helfen anderen Menschen.
Sie sind zum Beispiel Lese-Paten oder helfen beim Team Tafel Österreich. Lese-Paten helfen Kindern beim Lesen lernen. Das Team Tafel Österreich versorgt bedürftige Menschen mit warmen Mahlzeiten.
Gesundheits- und soziale Dienste
Früher haben die Familien alte und kranke Angehörigen selbst daheim gepflegt.
Heute bietet das Rote Kreuz verschiedene Unterstützungen bei der Pflege an.
Die Arbeit im Pflege-Bereich wird von Frauen und Männern erledigt.
Auch Führungs-Aufgaben werden in der heutigen Zeit von Frauen und Männern übernommen.
Resusci-Anne
Die Übungs-Puppe trägt den Namen Resusci Anne [sprich: rii-SASS-i Änn].
Die Puppe ist ein Übungs-Gerät für Erste Hilfe.
Man übt damit die Wieder-Belebung.
Das Gesicht stammt von einer unbekannten Frau aus Paris.
Man fand sie tot in einem Fluss.
Niemand kannte sie. Daher machte man einen Abdruck von ihrem Gesicht.
Heute nutzt man solche Puppen auf der ganzen Welt.
Erste Hilfe, Ausbildung und Weiterbildung
Erste Hilfe ist eine wichtige Aufgabe vom Roten Kreuz im Burgenland.
Früher haben Ärztinnen und Ärzte die Kurse in den Orten gemacht.
Jetzt gibt es eine eigene Schule für die Ausbildung.
Dort lernen die Menschen Erste Hilfe.
Neben Erste-Hilfe-Kursen gibt es auch viele andere Kurse.
Daran nehmen Zivil-Personen und Mitarbeiter vom Roten Kreuz teil.
Jedes Jahr sind etwa 14.000 Menschen dabei.
Erste Hilfe ist Pflicht
In Österreich muss man helfen, wenn jemand einen Unfall hat.
Das steht im Gesetz.
Aber man darf sich selbst nicht in Gefahr bringen.
Wichtig ist:
- die Unfallstelle sichern,
- den Notruf wählen,
- und helfen, so gut man kann.
Gemeinsam helfen
Beim Roten Kreuz gibt es viele Möglichkeiten zum Mitmachen.
Junge Männer können ihren Zivil-Dienst beim Roten Kreuz machen. Und seit 2015 gibt es das Freiwillige Sozial-Jahr beim Roten Kreuz. In dieser Zeit können Frauen und Männer erste Erfahrungen in sozialen Berufen sammeln. Sie arbeiten bei der Rettung oder betreuen alte Menschen.
Uniformen
Dienst-Kleidung und Uniformen zeigen: Man gehört zum Roten Kreuz.
Dienst-Kleidung und Uniformen sorgen für Sicherheit und gute Sichtbarkeit.
Das Zeichen vom Roten Kreuz ist geschützt.
Nur berechtigte Personen dürfen es tragen.
Früher war die Kleidung oft grau.
Männer hatten eine schwarze Krawatte.
Frauen trugen Kleider.
Heute ist die Kleidung rot und gelb.
So sieht man die Einsatzkräfte besser.
Für Feste gibt es besondere Kleidung.
Auch dafür gibt es Regeln.
Katastrophen-Hilfe
Das Rote Kreuz hilft bei Unglücks-Fällen und Natur-Katastrophen. Wie zum Beispiel bei Hochwasser.
Es hilft im Burgenland, in Österreich und auch in anderen Ländern.
Das Rote Kreuz betreut Menschen auf der Flucht oder sucht nach vermissten Menschen.
Regelmäßig finden Notfall-Übungen mit anderen Einsatz-Organisationen statt.
Hilfe im Zentrum Europas
Das Rote Kreuz im Burgenland hilft seit vielen Jahren bei Krisen und Notfällen.
1956 hat es wurden Menschen auf der Flucht aus Ungarn unterstützt.
Von 1989 bis 1995 half das Rote Kreuz im Burgenland Geflüchteten aus Ost-Europa und den Balkan-Staaten
2015 hat das Rote Kreuz sehr vielen Menschen aus Kriegs-Gebieten nach ihrer Flucht nach Europa geholfen.
Während der Corona-Pandemie wurden Test-Straßen organisiert und betreut. Kranke Menschen bekamen Lebensmittel nach Hause gebracht.
First Responder und Ruf-Hilfe
First Responder
First Responder bedeutet Erst-Helfer.
Im Burgenland sind rund 340 freiwillige Personen Erst-Helfer.
Sie haben eine spezielle Ausbildung. Erst-Helfer werden zur gleichen Zeit alarmiert wie der Rettungsdienst. Oft sind sie in wenigen Minuten vor Ort.
Sie haben einen Notfall-Rucksack dabei und leisten Erste Hilfe.
Dann kommt die Rettung.
Ruf-Hilfe
Die Ruf-Hilfe vom Roten Kreuz ist ein Not-Ruf für den Alltag.
Man trägt ein Gerät am Handgelenk.
Im Not-Fall drückt man einen Knopf. Auf dem Gerät.
Dann meldet sich jemand vom Roten Kreuz.
Eine Person fragt, was passiert ist. Und schickt Hilfe.
Zum Beispiel Angehörige oder die Rettung.
Krisen-Intervention
Nach schlimmen Erlebnissen brauchen Angehörige und Zeugen Hilfe.
Das Rote Kreuz hat dafür ein wichtiges Angebot. Es heißt Krisen-Hilfe.
Geschulte Personen betreuen betroffene Personen.
Sie sind in den ersten schweren Stunden da.
Sie erklären, was passiert ist.
Sie hören zu.
Sie geben Halt in einer schwierigen Situation.
Blut-Spende
Blut kann man nicht ersetzen.
Darum rettet jede Blut-Spende Leben.
Blut kommt immer von Menschen.
Es wird jeden Tag gebraucht. Zum Beispiel nach Unfällen oder bei Krankheiten.
Das Rote Kreuz organisiert die Blut-Spenden in Österreich.
Viele Menschen spenden ihr Blut und helfen so anderen Menschen.
Eine Blut-Spende kann mehrere Leben retten.
Hilfe, die ankommt
Henry Laden
Seit 2022 gibt es den Henry Laden in Mattersburg.
Dort kann man gut erhaltene Kleidung und Sachen hinbringen.
Andere Menschen können diese Dinge kaufen.
Mit dem verdienten Geld wird armen Menschen im Burgenland geholfen.
Individuelle Spontan-Hilfe
Die Individuelle Spontan-Hilfe ist eine Sofort-Hilfe für Menschen in Not.
Helferinnen und Helfer bieten Unterstützung.
Zum Beispiel, wenn jemand seinen Arbeitsplatz verloren hat. Oder bei Trennungen.
Dann fehlt oft Geld für Miete, Strom oder Essen.
Die Spontan-Hilfe unterstützt im Alltag, wenn es plötzlich Probleme gibt.
Die Hilfe ist für kurze Zeit gedacht.
Team Österreich
Das Team Österreich hilft anderen Menschen.
Es gibt verschiedene Bereiche:
Die Team Österreich Tafel verteilt Lebensmittel an Menschen in Not.
Team Österreich Digital unterstützt bei Krisen, zum Beispiel bei Natur-Katastrophen.
Die Team Österreich Lebensretter helfen bei Not-Fällen.
Club Miteinander
Seit 1980 gibt es den „Club Miteinander“.
Das ist ein Treffpunkt für ältere Menschen. Und für Menschen mit Beeinträchtigung.
Der Club Miteinander wird einmal im Monat organisiert.
Die Menschen treffen sich, reden und spielen.
Sie verbringen gemeinsam Zeit.
Freiwillige Helfer vom Roten Kreuz organisieren das Treffen.
Sie holen die Besucher zu Hause ab. Und bringen sie wieder nach Hause.
Jugend-Rotkreuz
Das Jugend-Rotkreuz ist für junge Menschen.
Sie helfen anderen Menschen und lernen Erste Hilfe.
Wichtig ist die Gemeinschaft.
Im Burgenland gibt es mehrere Gruppen vom Jugend-Rotkreuz.
Das Jugend-Rotkreuz organisiert zum Beispiel Fahrrad-Prüfungen oder Schwimm-Prüfungen.
Jedes Jahr sind viele Kinder bei diesen Angeboten.
Lese-Paten
Beim Roten Kreuz gibt es Lern-Angebote für Kinder.
Freiwillige Mitarbeiter/Helfer unterstützen beim Lernen.
Sie helfen Kindern bei Haus-Aufgaben.
Sie fördern beim Lesen und beim Erlernen der deutschen Sprache.
Das nennt man Lern-Begleitung.
Viele Kinder bekommen so Unterstützung.
Rettungsfahrzeuge
Rettungs-Wesen 1900-1945
Früher wurden kranke oder verletzte Menschen mit Pferde-Kutschen transportiert.
Bereits vor ungefähr 100 Jahren gab es im Burgenland die ersten Rettungs-Autos.
Rettungs-Wesen ab 1945
Zum Ende des Zweiten Weltkriegs waren im Burgenland alle Rettungsautos zerstört oder gestohlen.
Erst ein Jahr später kam wieder ein Rettungsauto ins Burgenland.
Später kamen Notarzt-Autos dazu. Im Notarzt-Auto fährt ein Arzt mit. Er kann Kranke oder Verletzte vor Ort behandeln. Vor etwa 30 Jahren bekamen alle Notarzt-Fahrzeuge die gleiche Ausstattung.
Rettungs-Dienste 2025
Das Rote Kreuz im Burgenland besitzt heute einen modernen Fahrzeug-Bestand.
Neben Rettungs-Autos und Notarzt-Autos sind auch drei Rettungs-Hubschrauber im Einsatz.
Katastrophen-Übung UHUDLER
Im Oktober 2023 gab es eine große Übung im Bezirk Güssing. Der Name für diese Übung war UHUDLER. Sie dauerte zwei Tage.
Viele Menschen haben mitgemacht:
- etwa 400 Mitarbeiter vom Roten Kreuz
- auch Mitarbeiter der Feuerwehr und der Wasser-Rettung
- insgesamt fast 800 Personen
Es gab 15 Übungs-Situationen.
Dabei wurde die Zusammen-Arbeit geübt.
Für alle gab es Essen und Schlafplätze.
Es gab ein Zeltlager und drei Feld-Küchen.
Eine Feld-Küche ist eine mobile Küche.
Sanitätskästen
Ein Sanitäts-Kasten ist eine Box mit Dingen für Erste Hilfe.
Darin sind zum Beispiel Verbände und Medikamente.
Damit wurden verletzte oder kranke Personen versorgt.
Es gab auch andere Kästen für besondere Fälle:
- einen Werkzeugkasten für Elektrounfälle
- einen Kasten mit Dingen zum Kochen
- einen Kasten mit Schildern.
Diese Schilder helfen im Katastrophenfall bei der Orientierung.
Weitere Informationen zur Ausstellung
Inhaltsübersicht des Arzt-Sanitätskastens
Inhaltsverzeichnis für Nr. 17 Koffer „Instrumente“
(kursiv sind jene Instrumente, die heute in dieser Form nicht mehr im Einsatz sind)
im Innendeckel:
1 Nasenspekulum
1 Listerschere, kniegebogen
1 Nabelschnurschere
2 Arterienklemmen n/Pean
1 chirurgische Schere, gerade 14,5 cm
1 Nadelhalter n/Langenbeck
1 Kornzange
1. Fach:
1 Arterienabbinder aus Gummi
1 Arterienabbinder aus Baumwollgurt
10 Lederfingerlinge
1 Magenschlauch
1 Nelaton-Katheder
2. Fach:
1 Recordspritze, 10 ccm
1 Redordspritze, 5 ccm
1 Reccordspritze, 2 cc
1 Runde Nadeldose mit
12 chirurgische[n] Nadeln
1 Mundöffner aus Holz
1 Hornlöffel
12 Flügelnadeln
1 Kehlkopfspiegel
3 Scalpelle
1 Splitterpinzette
1 anatomische Pinzette
1 chirurgische Pinzette
1 Fremdkörperentferner
1 Wundhaken
1 Metallkatheter
1 Hohlsonde
1 Knopfsonde
1 Rasiermesser
1 Stirnreflektor mit Band
3. Fach:
1 Fieberthermometer/Metallhülse
1 Stethoskop
4. Fach:
1 Paratusbesteck, 10 ccm
1 Paratusbesteck, 5 ccm
1 Paratusbesteck, 2 ccm
1 Dtz. Recordnadeln
1 Dtz. Serumnadeln
1 Medizinlöffel (Kaffeelöffel)
5. Fach:
1 Sterilisierdose
6. Fach:
4 Pckg. Sympatol a 6 Ampullen
2 Pkg. Cov. natr. benz. Strychnon 0.001
2 Pkg. Cardiazol-Chinin a 5 Ampullen
4 Pkg. Tetanus Adsorbat-Impfstoff a 2 Amp.
2 Pkg. Strophantin, 0.0005, 10 Amp. a 1.1 ccm
2 Pkg. Strophantin, 0.00025, 10 Amp. a 1.1 ccm
2 Pkg. Lob??? A 2 Amp a 0.003 g
2 Pkg. Lob??? A 2 Amp a 0.01 g
1 Pkg. Card.???? 10%, 10 g
1 Pkg. Scop??? Forte a 10 Ampullen

Landesverband Burgenland
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Mo-Do: 8:00-16:00 Uhr
Fr: 8:00-13:00 Uhr