Sommerzeit ist Wespenzeit:
Deutlich mehr Notfälle nach Insektenstichen – Rotes Kreuz Burgenland gibt Tipps zur Ersten Hilfe
Die aktuelle Hitzewelle sorgt auch im Burgenland für eine hohe Aktivität von Wespen, Bienen und Hornissen. Damit steigt das Risiko von Insektenstichen und gefährlichen allergischen Reaktionen. Das Rote Kreuz Burgenland gibt Tipps, wie im Ernstfall rasch und richtig geholfen werden kann.
Mit den anhaltend hohen Temperaturen sind Wespen, Bienen und Hornissen derzeit besonders aktiv. Das macht sich auch bei den Rettungseinsätzen im Burgenland bemerkbar. Während die meisten Insektenstiche harmlos verlaufen, können sie schwere allergische Reaktionen auslösen, bei denen rasches Handeln entscheidend ist.
Deutlich mehr Einsätze im Burgenland
Das Rote Kreuz Burgenland verzeichnet im heurigen Sommer einen deutlichen Anstieg der Rettungseinsätze nach Insektenstichen. Allein im Juli 2026 waren es 83 Einsätze – gegenüber 57 im Juli 2025. Das entspricht einer Zunahme von rund 46 Prozent.
Die aktuelle Hitzewelle und die damit verbundene hohe Aktivität stechender Insekten erhöhen das Risiko für Stiche. Umso wichtiger ist es, mögliche Warnzeichen einer schweren allergischen Reaktion zu erkennen und im Ernstfall richtig zu handeln.
Wenn der Stich zur Gefahr wird
Allergische Reaktionen können innerhalb weniger Minuten auftreten. Die Symptome reichen von Hautausschlägen und starken Schwellungen bis hin zu Atemnot, Schluckbeschwerden oder Kreislaufproblemen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen. Auch Menschen ohne bisher bekannte Insektengiftallergie können von einer schweren Reaktion betroffen sein.
Bei Atemnot, Schluckbeschwerden oder Kreislaufproblemen nach einem Insektenstich sollte sofort der Notruf 144 gewählt werden.
Richtig reagieren im Notfall
Die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen bei schweren allergischen Reaktionen:
- Notruf 144 wählen: Bei Anzeichen einer schweren Reaktion sofort professionelle Hilfe alarmieren.
- Betroffene Person beruhigen: Aufregung kann die Beschwerden zusätzlich verstärken.
- Richtig lagern: Bei Atemnot den Oberkörper hochlagern, bei Kreislaufproblemen flach hinlegen und die Beine hochlagern.
- Enge Kleidung öffnen: Das kann die Atmung erleichtern.
- Von außen kühlen: Stichstelle und Schwellungen mit kühlen Umschlägen oder Kühlpacks kühlen – nicht direkt auf die Haut legen.
- Bei Stichen im Mund- oder Rachenraum: Wenn die Person problemlos schlucken kann, kleine Schlucke kühles Wasser trinken oder einen Eiswürfel lutschen lassen.
- Notfallmedikamente anwenden: Vorhandene, ärztlich verordnete Notfallmedikamente beziehungsweise einen Adrenalin-Autoinjektor wie vorgesehen einsetzen.
- Atmung beobachten: Ist keine normale Atmung vorhanden, unverzüglich mit der Wiederbelebung beginnen.
Das Rote Kreuz Burgenland appelliert an die Bevölkerung, Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen. Denn bei einer schweren allergischen Reaktion können das rasche Erkennen der Symptome, der Notruf und richtig gesetzte Erste-Hilfe-Maßnahmen entscheidend sein.
Erste-Hilfe-Maßnahmen
Bei einer schweren allergischen Reaktion zählt jede Sekunde: Notruf 144 absetzen und mit den Tipps des Roten Kreuzes Erste Hilfe leisten.
Betroffene Stelle von außen mit kühlen Umschlägen oder Kühlpacks kühlen.
Bei Stichen in Hals und Rachen die betroffene Person kleine Schlucke kühles Wasser trinken oder ein Eis bzw. einen Eiswürfel lutschen lassen.
Falls ein Adrenalin-Autoinjektor mitgeführt wird, diesen sofort anwenden.

Ansprechpartner
Manuel Komosny
Rotes Kreuz Burgenland
Mo-Do: 8:00-16:00 Uhr
Fr: 8:00-13:00 Uhr
Sarah Wagner
Rotes Kreuz Burgenland
Mo-Do: 8:00-16:00 Uhr
Fr: 8:00-13:00 Uhr