Der 21. Jänner stand im Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast in Götzis ganz im Zeichen der 19. Internationalen Konferenz der Rettungsdienste im Bodenseeraum unter der Schirmherrschaft der Internationalen Bodensee-Konferenz. Auf Einladung des Roten Kreuzes Vorarlberg hatten sich insgesamt 105 Führungskräfte aus allen Bereichen des Rettungswesens versammelt, um sich dem Leitthema „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Großereignissen“ zu widmen.
Internationales Teilnehmerfeld
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Österreich vertraten ein breites Spektrum der Einsatzorganisationen: bodengebundene Rettungsdienste, Wasserrettung, DLRG, Wasserschutzpolizei sowie Vertreter der Luftrettung. Damit waren Rettungskräfte zu Lande, zu Wasser und aus der Luft gleichermaßen vertreten.
In seinen Begrüßungsworten betonte Gerhard Kräutler, Geschäftsführer und Landesrettungskommandant des Roten Kreuzes Vorarlberg: „Es ist eine der großen Stärken unserer Bodenseeregion, dass wir über Grenzen hinweg zusammenarbeiten, um Leben zu retten, Sicherheit zu gewährleisten und unsere Zusammenarbeit zu vertiefen. Notfälle kennen keine Grenzen, doch durch unsere Kooperation können wir schneller helfen und besser koordinieren. Diese Konferenz unterstreicht die Bedeutung unseres gemeinsamen Handelns zum Wohle aller.“
Auch Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher hob die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor: „Sicherheit im Bodenseeraum ist Teamarbeit – und der Rettungsdienst ist dabei eine der wichtigsten Säulen. Diese Konferenz zeigt, wie ernst wir diese Verantwortung gemeinsam nehmen und wie viel Professionalität, Erfahrung und Engagement dahintersteht. Gerade in einer Region, in der Grenzen im Alltag schnell überschritten werden, braucht es klare Abläufe, abgestimmte Strukturen und das Vertrauen, dass sich die Einsatzkräfte über Staats- und Landesgrenzen hinweg aufeinander verlassen können. Die jährliche Begegnung der Rettungsdienste ist dafür ein zentraler Baustein.“
Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerdem von Katja Heller, stellvertretende Geschäftsführerin der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK).
Fachvorträge und Projektvorstellung
Im Laufe des Vormittags konnten die Konferenzteilnehmer spannende Fachvorträge verfolgen, darunter Einblicke in die Arbeit der Polizeisanitäter in Vorarlberg sowie die Vorstellung der Arbeit der internationalen Rettungseinheit SARUV. Anschließend wurde das Projekt einer gemeinsamen Homepage der internationalen Bodensee-Rettungsdienste präsentiert.
Am Nachmittag stand die praktische Zusammenarbeit im Mittelpunkt: In mehreren Workshops diskutierten die Führungskräfte die Koordination im Großschadensfall. Parallel dazu wurde das Projekt zur Erstellung einer gemeinsamen Homepage weiter konkretisiert, definiert und dargestellt.
Resümee der Konferenz: Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Rettungskräfte im Bodenseeraum funktioniert hervorragend und bildet eine stabile Grundlage für den gemeinsamen Einsatz bei zukünftigen Herausforderungen.
Wissenswert
Seit dem Jahr 2003 wandern die Rettungskonferenzen rund um den Bodensee. Organisiert werden sie jeweils von den Rettungsdiensten oder deren Partnerorganisationen. Finanzielle Unterstützung erhalten die Veranstaltungen von der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) unter der Schirmherrschaft der Kommission Gesundheit und Soziales, die diese Treffen auch initiierte. Nach weiteren Konferenzen in den Jahren 2004 und 2007 fanden sie ab 2009 – mit Ausnahme der Pandemiezeit – jährlich statt. Im vergangenen Jahr wurde die Konferenz von der Rettung Schaffhausen organisiert.
